Klima-Lexikon · 24 Begriffe

Fachbegriffe, heisskalt erklärt

SEER, ChemRRV, Monoblock? Hier steht jeder Begriff, der dir beim Klimaanlagen-Kauf begegnet – in je einem verständlichen Absatz, mit Schweiz-Bezug wo nötig.

Abluftschlauch
Der Schlauch, über den ein mobiles Monoblock-Klimagerät die warme Abluft nach draussen führt – meist durch ein gekipptes Fenster. Ohne Wärmeabfuhr nach aussen ist echte Kühlung physikalisch unmöglich; deshalb sind «Klimageräte ohne Abluftschlauch» keine Klimageräte, sondern Verdunstungskühler.
Aircooler (Verdunstungskühler)
Ein Gerät, das Luft durch ein wasserbefeuchtetes Element bläst. Die Verdunstung senkt die gefühlte Temperatur um wenige Grad, erhöht aber die Luftfeuchtigkeit im Raum. Ein Aircooler ist keine Klimaanlage: Er entzieht dem Raum keine Wärme.
BTU (British Thermal Unit)
Angloamerikanische Energieeinheit, die bei Klimageräten oft für die Kühlleistung pro Stunde steht. Umrechnung: 1000 BTU/h entsprechen rund 0,293 kW. Ein Gerät mit 9000 BTU/h leistet also etwa 2,6 kW Kühlleistung.
ChemRRV
Die Schweizer Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung. Sie regelt unter anderem den Umgang mit Kältemitteln: Arbeiten am Kältemittelkreislauf einer Klimaanlage dürfen nur Personen mit entsprechender Fachbewilligung ausführen. Selbstmontage von Split-Anlagen ist deshalb nicht legal.
COP (Coefficient of Performance)
Die Leistungszahl im Heizbetrieb: Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom in einem bestimmten Betriebspunkt. Ein COP von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Für den Saisondurchschnitt ist der SCOP aussagekräftiger.
dB(A) (Dezibel)
Masseinheit für Schalldruck, A-gewichtet für das menschliche Gehör. Wichtig: +10 dB wirken etwa doppelt so laut. Split-Innengeräte beginnen bei rund 19–25 dB(A) (Flüstern), mobile Monoblöcke liegen oft bei 55–65 dB(A) (Gesprächslautstärke).
EER (Energy Efficiency Ratio)
Die Leistungszahl im Kühlbetrieb an einem festen Betriebspunkt: Verhältnis von Kühlleistung zu Stromaufnahme. Wie beim COP gilt: Für den Praxisvergleich über die ganze Saison ist der SEER die bessere Kennzahl.
Energieetikette
Die Effizienz-Kennzeichnung für Klimageräte mit Klassen von A+++ bis D (nach EU-Vorbild, in der Schweiz gemäss Energieeffizienzverordnung). Sie zeigt SEER, SCOP, Jahresverbrauch und Schallleistung – das wichtigste Dokument beim Gerätevergleich.
F-Gase
Fluorierte Treibhausgase, zu denen viele synthetische Kältemittel gehören. Wegen ihres hohen Treibhauspotenzials werden sie international schrittweise reduziert – der Grund, warum neue Klimaanlagen zunehmend auf Kältemittel mit tiefem GWP wie R32 oder R290 setzen.
GWP (Global Warming Potential)
Das Treibhauspotenzial eines Stoffes relativ zu CO₂ (GWP = 1). Das Kältemittel R410A hat ein GWP von rund 2088, R32 rund 675, Propan (R290) rund 3. Je tiefer der GWP-Wert, desto zukunftssicherer die Anlage.
Inverter
Technik, bei der der Kompressor seine Drehzahl stufenlos an den Bedarf anpasst, statt nur ein- und auszuschalten. Inverter-Geräte kühlen gleichmässiger, leiser und deutlich effizienter – heute Standard bei Split-Anlagen.
Kältemittel
Das Arbeitsmedium im Kreislauf einer Klimaanlage: Es nimmt beim Verdampfen Wärme im Raum auf und gibt sie beim Verflüssigen draussen wieder ab. Gängig sind heute R32 und zunehmend das natürliche Kältemittel R290 (Propan).
Kühllast
Die Wärmemenge, die einem Raum pro Zeiteinheit entzogen werden muss, um die Zieltemperatur zu halten. Sie hängt von Fläche, Isolation, Fensterflächen, Ausrichtung, Personen und Geräten ab – die Grundlage jeder seriösen Dimensionierung.
Luft-Luft-Wärmepumpe
Der technische Oberbegriff für Split-Klimaanlagen mit Heizfunktion: Sie pumpt Wärme von der Aussenluft in die Raumluft (Heizen) oder umgekehrt (Kühlen). Aus 1 kWh Strom entstehen im Heizbetrieb typischerweise 3–5 kWh Wärme.
LSV (Lärmschutz-Verordnung)
Die eidgenössische Verordnung, die Lärmemissionen begrenzt – relevant für Aussengeräte von Klimaanlagen. Massgebend sind die Belastungsgrenzwerte je Empfindlichkeitsstufe der Zone, nachts gelten strengere Werte. Kantone und Gemeinden konkretisieren den Vollzug.
Monoblock
Ein Klimagerät, bei dem alle Komponenten in einem Gehäuse stecken – meist als mobiles Gerät mit Abluftschlauch. Vorteil: keine Installation, keine Bewilligung. Nachteil: lauter und weniger effizient als Split, weil die Wärme durch den Raum selbst abgeführt wird.
Multisplit
Eine Split-Anlage, bei der mehrere Innengeräte (2–5) an einem gemeinsamen Aussengerät hängen. Ideal, wenn mehrere Räume gekühlt werden sollen, aber nur ein Platz für ein Aussengerät vorhanden ist.
R290 (Propan)
Ein natürliches Kältemittel mit extrem tiefem Treibhauspotenzial (GWP ≈ 3). Gilt als Zukunftsstandard, erfordert wegen seiner Brennbarkeit aber besondere Sorgfalt bei Konstruktion und Montage.
R32
Das aktuell verbreitetste Kältemittel in neuen Split-Klimaanlagen. Es hat ein rund dreimal tieferes Treibhauspotenzial als das ältere R410A (GWP ≈ 675 statt ≈ 2088) und ist schwer entflammbar (Sicherheitsklasse A2L).
SCOP (Seasonal COP)
Die saisonale Leistungszahl im Heizbetrieb: durchschnittliche Effizienz über eine ganze Heizperiode mit wechselnden Aussentemperaturen. Ein SCOP von 4,0 heisst: übers Jahr gemittelt liefert 1 kWh Strom 4 kWh Wärme. Werte ab 4,0 gelten als gut (Klasse A+ und besser).
SEER (Seasonal EER)
Die saisonale Effizienzkennzahl im Kühlbetrieb, gemessen über ein genormtes Lastprofil. Je höher, desto weniger Strom pro Kühlleistung. Werte ab 6,1 entsprechen der Klasse A++, ab 8,5 der Klasse A+++.
Split-Klimaanlage
Eine fest installierte Klimaanlage aus zwei Teilen: Innengerät (verteilt die gekühlte Luft) und Aussengerät (führt die Wärme ab), verbunden durch Kältemittelleitungen. Effizienteste und leiseste Bauform für Wohnräume – in der Schweiz je nach Gemeinde melde- oder bewilligungspflichtig.
Stockwerkeigentum (STWE)
Schweizer Eigentumsform, bei der Fassade und Gebäudehülle gemeinschaftliche Teile sind. Ein Klimaanlagen-Aussengerät an der Fassade braucht deshalb in der Regel einen Beschluss der Stockwerkeigentümer-Versammlung – zusätzlich zur baurechtlichen Bewilligung.
Zugluft
Als unangenehm empfundene Luftbewegung, häufigste Komfortklage bei Klimaanlagen. Vermeidbar durch korrekte Platzierung (nicht direkt auf Sitz- oder Schlafplatz gerichtet), Lamellensteuerung und moderate Temperaturdifferenz von maximal 6–8 °C zur Aussentemperatur.