Wer 2026 unter der Hitze leidet, sollte 2026 kaufen. Die Kältemittel-Umstellung ist kein Grund zu warten: Ein Splitgerät mit R32 darfst du unbefristet betreiben, und Geräte mit natürlichem Kältemittel sind für Wohnräume erst in kleiner Auswahl verfügbar. Zu warten lohnt sich in genau zwei Fällen – wenn du ohnehin erst in ein paar Jahren umbaust, oder wenn du die kommenden Sommer mit passiven Massnahmen überstehst. Die wichtigere Frage ist ohnehin nicht das Jahr, sondern die Jahreszeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kältemittel-Frist ist kein Kaufargument gegen 2026. Luft-Luft-Splitanlagen bis 12 kW dürfen mit R32 bis zum 31. Dezember 2028 verkauft werden, betrieben unbefristet.
- Der Saisoneffekt ist grösser als der Kältemittel-Effekt. Zwischen Oktober und März bekommst du Termine, realistische Preise und Zeit fürs Bewilligungsverfahren.
- Rechne mit zwei bis vier Monaten von der ersten Offerte bis zur laufenden Anlage – bei ordentlichem Baugesuch auch länger.
- Warten lohnt sich, wenn du ohnehin erst in einigen Jahren sanierst oder baust: Dann planst du direkt mit natürlichem Kältemittel und sparst dir eine Investitionsrunde.
- Warten lohnt sich nicht, wenn du jetzt schlecht schläfst. Zwei verlorene Sommer sind teurer als jede Preisdifferenz zwischen den Gerätegenerationen.
- Mobile Geräte sind die legitime Überbrückung für einen Raum und eine überschaubare Zahl Hitzetage, nicht für fünf Jahre.
Die Zeitachse: Was zwischen 2026 und 2029 passiert
Bevor du entscheidest, hilft ein nüchterner Blick auf die tatsächlichen Termine. Sie sind weniger dramatisch, als die Diskussion im Handel vermuten lässt.
| Zeitraum | Was am Markt passiert | Was das für dich heisst |
|---|---|---|
| 2026 | R32-Splitgeräte sind Standard, grosses Angebot, eingespielte Montagebetriebe | Bester Zeitpunkt für eine normale Installation |
| 2027 | Verschärfte Regeln fürs Inverkehrbringen; Abverkauf betroffener Kategorien bis 30. Juni | Restposten möglich, dafür engere Auswahl bei einzelnen Gerätetypen |
| 2028 | Letztes Jahr der Ausnahme für Luft-Luft-Splitanlagen bis 12 kW mit R32 (bis 31.12.) | Angebot noch breit, Preise eher stabil |
| ab 2029 | EU-Verbot für Splitgeräte bis 12 kW ab GWP 150; natürliche Kältemittel setzen sich durch | Zukunftssichere Technik, anfangs kleinere Auswahl und höhere Preise |
Die vollständigen Fristen und die Rechtsgrundlage stehen im Artikel R32-Verbot 2027: Was sich wirklich ändert. Für den Kaufentscheid reicht der Kern: Bis Ende 2028 ändert sich für die klassische Wohnraum-Klimaanlage praktisch nichts.
Wann du nicht warten solltest
Es gibt Situationen, in denen Warten schlicht die falsche Antwort ist. Wenn eine davon auf dich zutrifft, kannst du dir den Rest dieses Artikels sparen und mit der Planung anfangen.
Du schläfst seit Wochen schlecht. Der Sommer 2026 hat an vielen Schweizer Stationen mehr Hitzetage gebracht als der Rekordsommer 2003, und Tropennächte sind der Teil, der wirklich zehrt. Schlafmangel über Wochen ist keine Komfortfrage. Was leise Kühlung im Schlafzimmer technisch braucht, steht im Ratgeber Klimaanlage im Schlafzimmer.
Du wohnst unter dem Dach. Dachwohnungen erreichen an Hitzetagen Innentemperaturen, gegen die passive Massnahmen allein wenig ausrichten. Hier ist die Frage weniger ob, sondern welches Gerät.
Im Haushalt leben Menschen mit erhöhtem Risiko. Ältere Personen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Kleinkinder vertragen Dauerhitze deutlich schlechter. Das ist ein Gesundheitsargument, kein Komfortargument.
Du hast ohnehin einen Umbau geplant. Dann ist der Zeitpunkt jetzt, weil Leitungen und Durchbrüche im laufenden Umbau einen Bruchteil kosten. Was du dabei vorsehen solltest, steht im Abschnitt weiter unten.
Wann Warten tatsächlich sinnvoll ist
Genauso ehrlich ist die Gegenseite. Drei Konstellationen sprechen fürs Zuwarten:
Deine Wohnung ist noch nicht ausgereizt. Wenn du keine aussenliegende Beschattung hast, nachts nicht querlüftest und die Storen tagsüber offen lässt, holst du mit passiven Massnahmen mehrere Grad heraus – ohne Bewilligung, ohne Stromkosten. Die zwölf wirksamsten Massnahmen stehen unter Wohnung kühlen ohne Klimaanlage. Eine Klimaanlage soll die Restlast decken, nicht Baumängel kompensieren – das verlangen übrigens auch die kantonalen Energievorschriften.
Du sanierst in ein paar Jahren ohnehin. Wer 2029 die Fassade dämmt oder das Dach ausbaut, plant die Kühlung besser in einem Zug. Dann steht auch die neue Kältemittel-Generation bereit.
Du bist Mieterin oder Mieter mit unsicherer Perspektive. Eine fest installierte Anlage in einer Wohnung, aus der du in zwei Jahren ausziehst, ist wirtschaftlich selten sinnvoll – zumal du sie in der Regel zurückbauen musst. Was in der Mietwohnung realistisch drinliegt, klärt der Ratgeber Klimaanlage in der Mietwohnung.
Der unterschätzte Faktor: die Jahreszeit
Die Frage «2026 oder 2028» beschäftigt viele Leute mehr als sie sollte. Die Frage «Juli oder Januar» hat dagegen messbare Folgen für Preis, Qualität und Wartezeit.
Im Juli ruft halb Zürich beim Klimabetrieb an. Die Folgen sind absehbar: knappe Termine, Aufschläge, Montagen unter Zeitdruck und Offerten, die niemand in Ruhe vergleicht. Im Januar sieht dieselbe Anfrage anders aus – der Betrieb hat Kapazität, du hast Zeit für drei Offerten, und das Bewilligungsverfahren läuft, bevor die Hitze kommt.
Rechne mit diesem Ablauf:
| Schritt | Zeitbedarf (Richtwert) |
|---|---|
| Vorabklärung bei der Gemeinde | 1 bis 2 Wochen |
| Offerten einholen und vergleichen | 2 bis 4 Wochen |
| Bewilligung: Meldeverfahren | Tage bis wenige Wochen |
| Bewilligung: ordentliches Baugesuch | 2 bis 3 Monate, bei Einsprachen länger |
| Lieferung und Montage | 1 bis 4 Wochen |
Das ergibt im schlanken Fall gut zwei Monate, im ordentlichen Verfahren auch mal fünf. Wer im Winter startet, kühlt im Sommer. Wer während der Hitzewelle startet, kühlt im nächsten Jahr. Der Ablauf im Detail steht unter Klimaanlage installieren lassen.
Was die Preisentwicklung wirklich hergibt
Zur Ehrlichkeit gehört: Niemand kann dir sagen, ob Klimaanlagen 2029 teurer oder günstiger sind. Zwei gegenläufige Effekte sind absehbar.
Der eine drückt: Vor einem Stichtag räumen Importeure und Händler ihre Lager, und Restposten werden günstiger. Der andere zieht an: Neue Gerätegenerationen mit natürlichem Kältemittel sind anfangs teurer, weil Stückzahlen fehlen und die Sicherheitsanforderungen zusätzlichen Aufwand bringen.
Wichtiger als beide ist eine dritte Zahl: Die Spanne zwischen zwei Offerten für dieselbe Anlage ist in der Praxis oft grösser als jede Preisänderung zwischen den Jahren. Bei einer Split-Anlage für einen Raum bewegen sich die Gesamtkosten inklusive Montage typischerweise zwischen CHF 2’500 und 6’000 (Richtwert, Stand: Juli 2026) – die Bandbreite entsteht durch Gerät, Leitungsführung und Betrieb, nicht durch das Kaufjahr. Die vollständige Kostenaufstellung findest du unter Was kostet eine Klimaanlage in der Schweiz?.
Wer sparen will, holt deshalb drei Offerten ein, statt zwei Jahre zu warten.
Was ein gewartetes Jahr tatsächlich kostet
Die Kosten des Wartens werden selten beziffert, obwohl sie sich abschätzen lassen. Drei Posten fallen an:
Die Überbrückung. Wer nicht wartet, sondern übergangsweise ein mobiles Gerät kauft, zahlt ab rund CHF 300 für die Anschaffung und im Betrieb rund 190 CHF Strom pro Sommer statt 70 CHF bei einer Split-Anlage (Richtwerte bei 27.7 Rp./kWh). Über zwei Sommer summiert sich das auf gut 500 CHF, die nicht in die spätere Lösung fliessen.
Der entgangene Effizienzgewinn. Kühlst du zwei Sommer lang mit einem ineffizienten Gerät statt mit einer Split-Anlage, kostet allein die Differenz rund 240 CHF. Die Rechengrundlage steht unter Stromverbrauch einer Klimaanlage.
Der nicht bezifferbare Teil. Zwei Sommer mit schlechtem Schlaf, verschobene Ferien, Arbeitstage mit halber Leistung. Das lässt sich nicht in Franken ausdrücken, ist aber für die meisten Menschen der Posten, der am Ende entscheidet.
Dem gegenüber steht ein möglicher Preisvorteil beim späteren Kauf, dessen Höhe niemand kennt. Die Rechnung geht damit selten zugunsten des Wartens auf, wenn tatsächlicher Leidensdruck besteht.
| Szenario | Kosten über 2 Jahre (Richtwert) | Ergebnis nach 2 Jahren |
|---|---|---|
| Jetzt Split-Anlage kaufen | Anschaffung CHF 2’500 bis 6’000, Strom rund 140 CHF | Anlage läuft, unbefristet betreibbar |
| Warten mit mobilem Gerät | rund CHF 300 plus rund 380 CHF Strom | Anschaffung steht noch bevor |
| Warten ohne Kühlung | 0 CHF | Zwei Hitzesommer ohne Kühlung |
Was 2026 überhaupt am Markt ist
Ein Argument fürs Warten hält der Realitätsprüfung nur teilweise stand: dass es «bald bessere Geräte» gibt.
Bei den Splitgeräten mit natürlichem Kältemittel ist die Auswahl im Sommer 2026 klein. Einzelne Modelle sind angekündigt oder verfügbar, ein breites Sortiment mit mehreren Leistungsklassen, verschiedenen Bauformen der Innengeräte und eingespielter Ersatzteilversorgung existiert nicht. Wer heute darauf wartet, wartet nicht auf ein besseres Gerät, sondern auf einen Markt.
Bei den mobilen Geräten ist die Umstellung dagegen abgeschlossen: Praktisch alle aktuellen Monoblock-Geräte laufen mit R290. Wer hier kauft, kauft bereits die Zukunftstechnik.
Und bei der Effizienz gilt: Der Sprung, den es zu holen gibt, liegt nicht zwischen 2026 und 2029, sondern zwischen einem billigen und einem guten Gerät derselben Generation. Zwischen SEER 5.1 und SEER 8.5 liegen rund 40 CHF Stromkosten pro Sommer – mehr, als eine neue Gerätegeneration typischerweise bringt. Was die Werte bedeuten, steht unter SEER, SCOP und Energieetikette.
Wenn du wartest: so bereitest du dich vor
Warten heisst nicht nichts tun. Diese Schritte kosten wenig und machen den späteren Kauf günstiger und schneller:
- Bewilligungsfrage vorab klären. Ein Anruf bei der Bauverwaltung sagt dir, ob dein Fall ins Melde- oder ins Baugesuchsverfahren gehört. Die Übersicht nach Kantonen steht unter Klimaanlage und Bewilligung.
- Beschattung nachrüsten. Aussenliegende Storen oder Lamellen wirken sofort, senken die spätere Kühllast und sind in vielen Kantonen Voraussetzung für die Bewilligung.
- Kühllast überschlagen. Wenn du weisst, dass du 3.5 statt 2.5 kW brauchst, führst du Offertengespräche auf Augenhöhe. Die Methode steht unter Grösse und kW-Leistung richtig berechnen.
- Bei Umbauten Leerrohre legen. Ein Leerrohr für Kältemittelleitung und Kondensat plus eine Elektroreserve kostet im Rohbau wenig und spart später vierstellig.
- Im Stockwerkeigentum früh traktandieren. Ein Beschluss der Versammlung braucht Vorlauf. Das Vorgehen erklärt der Artikel Klimaanlage im Stockwerkeigentum.
- Mobiles Gerät als Brücke prüfen. Für einen Raum und eine Handvoll Hitzewochen ist das die pragmatische Zwischenlösung – mit den bekannten Nachteilen bei Stromverbrauch und Lärm, siehe Ratgeber mobile Klimaanlagen.
Die Entscheidung in einer Tabelle
| Deine Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Dachwohnung, schlechter Schlaf, keine Beschattung möglich | Jetzt kaufen, im Winterhalbjahr planen |
| Umbau oder Sanierung in 1 bis 3 Jahren geplant | Warten, aber Leerrohre und Standort jetzt einplanen |
| Passive Massnahmen noch nicht ausgereizt | Zuerst beschatten und lüften, danach neu beurteilen |
| Mietwohnung, Auszug absehbar | Mobiles Gerät, keine feste Installation |
| Eigenheim, Hitze belastet gesundheitlich | Jetzt kaufen, Effizienz vor Preis |
| Neubau in Planung | Kühlung im Projekt mitplanen, Kältemittel der neuen Generation |
Fazit
Die Kältemittel-Umstellung ist ein schlechter Grund, einen Kauf aufzuschieben, und ein guter Grund, ihn bewusst zu treffen. Bis Ende 2028 bekommst du R32-Splitgeräte ohne Einschränkung und darfst sie unbefristet betreiben; ab 2029 wird die neue Generation zum Standard. Entscheidend für deine Kosten sind ganz andere Dinge: die Jahreszeit, in der du anfragst, die Zahl der Offerten, die du vergleichst, und ob dein Gerät richtig dimensioniert und sauber montiert ist. Wer im Winter plant, gut beschattet und drei Angebote einholt, fährt in jedem Kaufjahr besser als jemand, der im Juli das erstbeste Gerät bestellt.