Midea führt die PortaSplit in zwei Varianten: die 12K mit 3.5 kW Kühlleistung und Heizfunktion, und die Cool mit 2.35 kW, die ausschliesslich kühlt. Beide haben denselben SEER von 6.1 und dieselbe Bauweise mit fest verbundenem Kältemittelschlauch. Der Entscheid hängt an drei Fragen: Wie gross ist dein Raum, wie stark heizt er sich auf, und willst du in der Übergangszeit heizen. Im Zweifel ist die 12K die sicherere Wahl, weil ein zu knappes Gerät der teurere Fehler ist.
Das Wichtigste in Kürze
- PortaSplit 12K: 3.5 kW kühlen und heizen, SEER 6.1 (A++), SCOP 4.0 (A+), bis rund 42 m².
- PortaSplit Cool: 2.35 kW kühlen, keine Heizfunktion, SEER 6.1 (A++), bis rund 28 m².
- Gleich bei beiden: Effizienzklasse beim Kühlen, R32 als Kältemittel, rund 2 m fest verbundener Flachschlauch, Aufstellen ohne Bohren, keine Bewilligung nötig.
- Der häufigste Fehler ist Unterdimensionierung, nicht Überdimensionierung. Ein zu kleines Gerät wird nie fertig und läuft dauerhaft laut.
- Dachwohnung, Süd- oder Westfenster ohne Storen: immer die 12K.
- Die Heizfunktion ist ein echter Zusatznutzen, aber kein Ersatz für eine Heizung.
Die beiden Modelle im Vergleich
Alle Angaben nach Herstellerdatenblatt, Richtwerte (Stand: August 2026):
| Merkmal | PortaSplit Cool | PortaSplit 12K |
|---|---|---|
| Kühlleistung | 2.35 kW (8’000 BTU/h) | 3.5 kW (12’000 BTU/h) |
| Heizleistung | keine | 3.5 kW |
| SEER / Klasse Kühlen | 6.1 / A++ | 6.1 / A++ |
| SCOP / Klasse Heizen | – | 4.0 / A+ |
| Empfohlene Raumgrösse | bis rund 28 m² | bis rund 42 m² / 105 m³ |
| Kältemittel | R32 | R32 (0.62 kg) |
| Schall Innenteil | 39 dB(A) Silent bis rund 49 dB(A) | 39 dB(A) Silent bis rund 49 dB(A) |
| Verbindung | rund 2 m, fest verbunden | rund 2 m, fest verbunden |
| Nutzbar im Winter | nein | ja, in der Übergangszeit |
Beachtenswert ist, was nicht unterschiedlich ist: Die Effizienz beim Kühlen ist identisch. Die Cool ist also nicht das sparsamere Gerät, sondern das kleinere. Pro gekühlter Kilowattstunde nehmen sich beide nichts.
Welche Raumgrösse schafft welches Modell?
Die Herstellerangaben von 28 und 42 m² gelten für einen durchschnittlichen Raum unter durchschnittlichen Bedingungen. In der Praxis entscheidet weniger die Fläche als die Kühllast, und die hängt an Fenstern, Ausrichtung, Beschattung und Lage im Gebäude.
Als Orientierung für die reale Auslegung:
| Situation | Raumgrösse | Empfehlung |
|---|---|---|
| Normalgeschoss, Nordseite, Storen vorhanden | bis 25 m² | Cool reicht |
| Normalgeschoss, Süd oder West, Storen vorhanden | bis 20 m² | Cool knapp, 12K sicherer |
| Normalgeschoss, Süd oder West, keine Aussenbeschattung | jede Grösse | 12K |
| Dachwohnung, egal welche Ausrichtung | jede Grösse | 12K |
| Wohnzimmer mit grosser Fensterfront | ab 25 m² | 12K |
| Homeoffice mit viel Technik | ab 15 m² | 12K bei Südlage, sonst Cool |
| Schlafzimmer, ruhige Lage, beschattet | bis 20 m² | Cool reicht |
Wie du deine Kühllast selbst überschlägst, statt nur nach Quadratmetern zu gehen, steht im Ratgeber Grösse und kW-Leistung richtig berechnen. Der Aufwand lohnt sich: Er ist der Unterschied zwischen einem Gerät, das im August funktioniert, und einem, das im August enttäuscht.
Warum Unterdimensionierung der teurere Fehler ist
Bei fest installierten Anlagen warnen wir regelmässig vor Überdimensionierung, weil zu grosse Geräte takten und schlechter entfeuchten. Bei der PortaSplit liegt das Risiko anders herum, und das hat einen einfachen Grund: Es gibt nur zwei Modelle, und die grössere Variante ist mit 3.5 kW für Wohnräume selten wirklich überdimensioniert.
Ein zu knapp gewähltes Gerät verhält sich dagegen unangenehm:
- Es wird nie fertig. Der Kompressor läuft dauerhaft unter Volllast, statt in den sparsamen Teillastbetrieb zu gehen.
- Es ist lauter. Volllast heisst höchste Lüfterstufe und damit rund 49 dB(A) statt 39 dB(A) im Silent-Modus. Genau der Vorteil gegenüber dem Monoblock schmilzt dahin.
- Es verbraucht unter Umständen mehr. Der SEER-Wert wird über eine Saison mit Teillastanteilen gemessen. Ein Gerät, das nur Volllast fährt, erreicht ihn nicht.
- Es entfeuchtet schlechter, weil ihm die längeren Laufphasen bei mittlerer Leistung fehlen.
Die Gegenprobe: Eine 12K in einem 18-m²-Schlafzimmer erreicht die Zieltemperatur schnell und läuft danach leise weiter. Das ist genau das gewünschte Verhalten.
Die Heizfunktion: was sie wert ist
Der augenfälligste Unterschied ist die Heizfunktion der 12K. Sie ist kein Marketing-Extra, sondern der Grund, warum das Gerät zwei Jahreszeiten statt einer abdeckt.
Mit einem SCOP von 4.0 macht die 12K aus einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Wärme. Zum Vergleich, gerechnet mit 27.7 Rp./kWh für eine Stunde mit 3.5 kW Wärmeabgabe:
| Wärmequelle | Stromverbrauch pro Stunde | Kosten pro Stunde |
|---|---|---|
| PortaSplit 12K (SCOP 4.0) | rund 0.9 kWh | rund 24 Rp. |
| Elektroheizung oder Heizlüfter | 3.5 kWh | rund 97 Rp. |
Über eine Übergangszeit mit 200 Heizstunden sind das rund CHF 48 gegenüber CHF 194. Der Unterschied trägt allein schon einen Teil des Aufpreises zur Cool.
Die ehrliche Einschränkung: Das Fenster bleibt wegen des Schlauchs angelehnt, ein Teil der Wärme geht dort verloren, und bei tiefen Aussentemperaturen sinkt die Heizleistung. Als Zusatzheizung im Frühling und Herbst funktioniert das gut, als Winterheizung nicht. Ausführlich steht das unter Mit der PortaSplit heizen.
Der Entscheidungsbaum
Vier Fragen, in dieser Reihenfolge:
- Willst du in der Übergangszeit heizen? Ja, dann 12K. Die Cool kann es schlicht nicht, und nachrüsten geht nicht.
- Wohnst du unter dem Dach? Ja, dann 12K. Dachwohnungen haben eine Kühllast, gegen die 2.35 kW an Hitzetagen zu wenig sind.
- Ist dein Raum grösser als rund 25 m² oder hat er grosse Fenster nach Süden oder Westen ohne aussenliegende Beschattung? Ja, dann 12K.
- Alles verneint und der Preisunterschied ist bei deinem Händler spürbar? Dann ist die Cool die richtige Wahl.
Praktisch landen die meisten Haushalte bei der 12K, und das ist kein Verkaufsargument, sondern eine Folge des Schweizer Wohnungsbestands: viel Dachausbau, viele grosse Fensterflächen, und der Wunsch, das Gerät auch im Oktober noch zu nutzen.
Was passiert, wenn du zu klein kaufst
Weil dies der häufigste Fehler ist, hier der konkrete Verlauf. Angenommen, eine PortaSplit Cool mit 2.35 kW steht in einem 30-m²-Wohnzimmer mit grossen Fenstern nach Westen.
Am milden Junitag: Alles gut. Das Gerät erreicht die Zieltemperatur und läuft leise weiter. Der Kaufentscheid wirkt richtig.
Am ersten 33-Grad-Tag: Nachmittags steht die Sonne auf der Fassade. Das Gerät läuft auf höchster Stufe, mit rund 49 dB(A) statt der 39 dB(A) im Silent-Modus. Die Raumtemperatur sinkt langsam, aber sie sinkt.
Am vierten Hitzetag in Folge: Jetzt zeigt sich der Speichereffekt. Das Gebäude ist durchgewärmt, weil die Nächte nicht mehr auskühlen. Das Gerät erreicht die Zieltemperatur gar nicht mehr, läuft dauerhaft unter Volllast und bleibt laut.
Genau das ist der Moment, für den man ein Klimagerät kauft, und genau dort versagt die zu knappe Variante. Dazu kommen drei Folgeeffekte:
- Der Effizienzvorteil verschwindet. Der SEER-Wert von 6.1 wird über eine Saison mit Teillastanteilen gemessen. Ein Gerät, das nur Volllast fährt, erreicht ihn nicht.
- Der Lärmvorteil verschwindet. Der Silent-Modus ist das Argument der PortaSplit gegenüber dem Monoblock. Ein Gerät, das ihn nie nutzen kann, verschenkt ihn.
- Die Entfeuchtung leidet. Die für den Komfort wichtigen längeren Laufphasen bei mittlerer Leistung fehlen.
Umgekehrt gilt: Eine 12K in einem 20-m²-Raum ist kein Problem. Sie erreicht die Zieltemperatur schnell und geht danach in den leisen Teillastbetrieb, also genau in den Zustand, für den das Gerät gebaut ist.
Die Preisdifferenz richtig bewerten
Die Preise beider Modelle liegen je nach Händler und Aktion teils nahe beieinander. Bevor du dich vom kleineren Preisschild leiten lässt, rechne drei Positionen dagegen:
Die Heizfunktion. Über eine Übergangszeit mit rund 200 Heizstunden spart die 12K gegenüber einem Heizlüfter rund CHF 146. Wer die Funktion nutzt, holt einen erheblichen Teil des Aufpreises schon in der ersten Saison zurück. Die Rechnung steht unter Mit der PortaSplit heizen.
Der Wiederverkaufswert. Ein Gerät mit Heizfunktion und mehr Leistung ist auf dem Gebrauchtmarkt gefragter. Weil die PortaSplit bewegliches Gut ist und beim Umzug mitgeht, ist das eine reale Grösse.
Das Risiko der Fehlentscheidung. Ein zu knappes Gerät lässt sich nicht nachrüsten. Der einzige Weg wäre ein zweiter Kauf, und dann hast du beide bezahlt.
Umgekehrt gibt es einen ehrlichen Fall für die Cool: ein kleines, nordseitiges, gut beschattetes Schlafzimmer, in dem sicher nie geheizt wird, und ein Preisunterschied, der bei deinem Händler deutlich ausfällt. Dort ist sie nicht die Sparvariante, sondern das passende Gerät.
Was bei beiden Modellen gleich bleibt
Damit der Entscheid nicht grösser wirkt, als er ist: In allen Punkten, die den Alltag prägen, sind die Modelle identisch.
- Aufstellen ohne Bohren, in rund einer Stunde, siehe PortaSplit aufstellen.
- Bewilligung ist bei beiden in der Regel keine nötig, und beide funktionieren in der Mietwohnung, siehe PortaSplit in der Mietwohnung.
- Lautstärke im Raum ist bei beiden gleich spezifiziert, das Aussenteil ist bei beiden hörbar, siehe Wie laut ist die PortaSplit.
- Kältemittel ist bei beiden R32. Damit betrifft beide der angekündigte Modellwechsel auf R290 im Jahr 2027, siehe R32-Verbot 2027.
- Pflege und Lebensdauer sind identisch, siehe PortaSplit pflegen.
Sonderfälle, die nicht in die Tabelle passen
Offener Wohn-Essbereich. Die Quadratmeterzahl täuscht hier, weil ein offener Grundriss zusammen mit Küche und Treppenaufgang schnell das Doppelte des nominellen Raums umfasst. Hier ist selbst die 12K oft knapp. Realistisch ist, einen Teilbereich zu kühlen und die Erwartung anzupassen, oder über eine fest installierte Lösung nachzudenken, siehe PortaSplit oder Split-Anlage.
Homeoffice mit viel Technik. Zwei Bildschirme, ein leistungsfähiger Rechner und eine Person geben zusammen leicht 400 bis 600 Watt Wärme ab, die zusätzlich zur Sonneneinstrahlung abgeführt werden müssen. In einem 15-m²-Raum ist das relevant. Bei Südlage die 12K, bei Nordlage reicht die Cool.
Wintergarten oder Raum mit Glasdach. Für beide Modelle die falsche Aufgabe. Die Kühllast ist dort um ein Vielfaches höher als in einem normalen Raum, und ohne wirksame Beschattung von aussen kommt kein mobiles Gerät dagegen an.
Zwei kleine Räume nebeneinander. Die Versuchung, ein Gerät zwischen zwei Zimmern zu betreiben, ist gross und führt zuverlässig zur Enttäuschung. Der rund 2 m lange Schlauch bindet das Innenteil ans Fenster, und die offene Verbindungstür kostet mehr Leistung, als das Gerät liefern kann. Entscheide dich für einen Raum.
Ferienwohnung, die nur zeitweise genutzt wird. Hier lohnt die 12K besonders, weil sie beim Ankommen auch heizen kann und der Raum in beiden Jahreszeiten schnell nutzbar wird.
Fazit
Der Modellentscheid ist einfacher, als die zwei Namen vermuten lassen: Die 12K deckt mehr Raumgrössen ab, hat Reserve für Hitzetage und heizt in der Übergangszeit mit einem SCOP von 4.0 mit. Die Cool ist die richtige Wahl für einen kleinen, gut beschatteten Raum, in dem sicher nie geheizt wird und wo der Preisunterschied ins Gewicht fällt. Weil beide denselben SEER haben, sparst du mit der Cool nichts an Effizienz, sondern nur an Leistung. Und weil ein zu knappes Gerät dauerhaft unter Volllast läuft, damit lauter wird und seinen Effizienzvorteil verliert, ist die 12K im Zweifelsfall die richtige Antwort. Alle Werte sind Herstellerangaben und Richtwerte (Stand: August 2026).