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Mit der PortaSplit heizen: was SCOP 4.0 im Winter bringt

Die Midea PortaSplit heizt mit SCOP 4.0 viermal effizienter als ein Heizlüfter. Was das in CHF bedeutet, wo das angelehnte Fenster bremst und wann es keinen Sinn ergibt.

Von der heisskalt Redaktion 8 Min. Lesezeit

Die PortaSplit 12K heizt mit einem SCOP von 4.0 und macht damit aus einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Wärme. Gegenüber einem Heizlüfter, der aus einer Kilowattstunde genau eine macht, ist das ein Faktor vier: rund 24 Rappen statt rund 97 Rappen pro Stunde. Damit verdoppelt sich der Nutzen des Geräts über den Sommer hinaus. Die ehrliche Grenze steht im selben Absatz: Das Fenster bleibt wegen des Schlauchs angelehnt, und bei tiefen Aussentemperaturen sinkt die Leistung. Als Zusatzheizung in der Übergangszeit funktioniert das gut, als Winterheizung nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur die 12K heizt. Die PortaSplit Cool ist ein reines Kühlgerät, nachrüsten geht nicht.
  • SCOP 4.0, Energieklasse A+, 3.5 kW Heizleistung.
  • Kostenvorteil: rund 24 Rp. statt rund 97 Rp. pro Stunde mit 3.5 kW Wärmeabgabe.
  • Der Fensterspalt kostet. Ein Teil der erzeugten Wärme geht dort verloren, die Abdichtung ist im Winter noch wichtiger als im Sommer.
  • Kalte Tage senken die Effizienz. Wärmepumpen entziehen der Aussenluft Wärme, und bei Frost ist davon weniger vorhanden.
  • Keine Hauptheizung, sondern eine sehr gute Ergänzung für einzelne Räume in der Übergangszeit.

Wie das Heizen technisch funktioniert

Im Kühlbetrieb nimmt das Innenteil Wärme aus dem Raum auf und das Aussenteil gibt sie nach draussen ab. Im Heizbetrieb kehrt ein Umschaltventil den Kreislauf um: Jetzt entzieht das Aussenteil der Aussenluft Wärme, und das Innenteil gibt sie in den Raum ab. Dasselbe Gerät, dieselbe Technik, umgekehrte Richtung.

Das ist genau das Prinzip einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Eine Split-Klimaanlage ist technisch nichts anderes, und die PortaSplit ist eine tragbare Variante davon. Die Grundlagen dazu stehen unter Heizen mit der Klimaanlage.

Entscheidend ist, dass keine Wärme erzeugt, sondern verschoben wird. Deshalb ist der Wirkungsgrad grösser als eins: Aus einer Kilowattstunde Antriebsenergie werden mehrere Kilowattstunden Wärme im Raum. Die Kennzahl dafür ist der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance), gemessen über eine genormte Heizsaison. Was SCOP und SEER genau bedeuten, erklärt der Ratgeber SEER, SCOP und Energieetikette.

Die Rechnung

Gerechnet mit dem ElCom-Medianpreis von 27.7 Rp./kWh und einer Wärmeabgabe von 3.5 kW:

WärmequelleWirkungsgradStrom pro StundeKosten pro Stunde
PortaSplit 12KSCOP 4.0rund 0.9 kWhrund 24 Rp.
Ölradiator, Heizlüfter, Elektroheizung1.03.5 kWhrund 97 Rp.
Fest installierte Split-AnlageSCOP 4.5 bis 5rund 0.7 bis 0.8 kWhrund 19 bis 22 Rp.

Auf eine Übergangszeit hochgerechnet, mit rund 200 Heizstunden in einem Raum:

WärmequelleKosten für 200 Stunden
PortaSplit 12Krund CHF 48
Heizlüfter oder Ölradiatorrund CHF 194
Differenzrund CHF 146

Rund CHF 146 pro Übergangszeit sind kein kleiner Betrag. Wer im Frühling und im Herbst je einen Raum zuheizt, statt die Zentralheizung für die ganze Wohnung hochzufahren, holt damit über wenige Jahre einen spürbaren Teil des Anschaffungspreises zurück.

Wo die Rechnung nachgibt

Drei Faktoren senken den Vorteil, und sie gehören alle in eine ehrliche Betrachtung.

Das angelehnte Fenster. Der Verbindungsschlauch führt durch den Fensterspalt, also bleibt das Fenster offen. Im Sommer ist das ein Effizienzthema, im Winter ein grösseres: Der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draussen ist im Januar deutlich grösser als im Juli, und damit auch der Wärmestrom durch jede Undichtigkeit. Eine gut angepasste Ganzjahres-Fensterabdichtung ist im Heizbetrieb keine Option, sondern Voraussetzung. Wie das geht, steht unter Die Fensterabdichtung.

Die Aussentemperatur. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe entzieht der Aussenluft Wärme. Je kälter die Luft, desto weniger Wärme steckt darin und desto mehr Strom braucht der Kompressor für dieselbe Wärmeabgabe. Der SCOP von 4.0 ist ein Saisonmittelwert, kein Wert für einen Frosttag. In der Übergangszeit bei Temperaturen um oder über dem Gefrierpunkt arbeitet das Gerät gut, bei strengem Frost deutlich schlechter.

Das Abtauen. Bei tiefen Temperaturen und hoher Luftfeuchte kann sich am Aussenteil Reif bilden. Das Gerät taut dann periodisch ab, was Energie kostet und die Wärmeabgabe kurz unterbricht. Das ist normal und betrifft jede Luft-Wärmepumpe.

Wofür sich der Heizbetrieb wirklich eignet

Die Übergangszeit. September bis November und März bis Mai. Ein Raum wird warm, ohne die ganze Zentralheizung anzuwerfen. Das ist der stärkste Anwendungsfall.

Einzelne Räume mit besonderem Bedarf. Ein Homeoffice, das morgens schnell warm sein soll. Ein Hobbyraum, der nur zeitweise genutzt wird. Ein Zimmer, das die Zentralheizung ohnehin nie richtig warm bekommt.

Als Ersatz für den Heizlüfter. Wer bisher mit einem Elektroradiator zugeheizt hat, spart mit der PortaSplit rund drei Viertel dieser Stromkosten. Das ist der klarste und einfachste Vergleich.

Ferienwohnungen und selten genutzte Räume. Schnelles Aufheizen bei Ankunft, ohne dauerhaften Heizbetrieb.

Wofür sie sich nicht eignet

Als Hauptheizung für eine Wohnung. Ein Gerät heizt einen Raum. Der Schlauch bindet das Innenteil ans Fenster, und offene Türen zu ungeheizten Räumen kosten mehr, als das Gerät liefern kann.

Für den kalten Winter. Bei anhaltendem Frost sinkt die Leistung, und der Verlust am Fensterspalt wird proportional grösser.

In sehr schlecht gedämmten Räumen. 3.5 kW sind eine gute Leistung, aber gegen eine unisolierte Aussenwand und einfach verglaste Fenster kommen sie nicht an.

Als Ersatz einer defekten Zentralheizung. Dafür fehlt ihr die Kapazität und die Zuverlässigkeit eines fest installierten Systems.

Die Fördergeld-Frage

Einzelne Kantone und Energieversorger fördern Luft-Luft-Wärmepumpen, wenn damit eine bestehende dezentrale Elektroheizung ohne Wärmeverteilsystem vollständig ersetzt wird. Die Details stehen unter Fördergelder für Klimaanlagen.

Für die PortaSplit ist die Antwort in aller Regel negativ, und dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe: Die Programme verlangen den vollständigen Ersatz einer bestehenden Heizung, und sie zielen auf fest installierte Geräte, die dauerhaft im Gebäude bleiben. Ein mobiles Gerät, das beim Auszug mitgeht, erfüllt diese Bedingung nicht.

Wenn deine Ausgangslage aber genau so aussieht, dass eine Elektroheizung ersetzt werden soll, lohnt sich der Blick auf die fest installierte Variante: Dort gibt es unter Umständen Förderbeiträge, einen besseren SCOP und keinen Fensterspalt. Die Abgrenzung steht unter PortaSplit oder Split-Anlage.

Die Gesamtrechnung über ein Jahr

Interessant wird die Heizfunktion, wenn man beide Betriebsarten zusammen betrachtet. Ein Gerät, zwei Jahreszeiten, gerechnet mit 27.7 Rp./kWh:

BetriebsartUmfangVerbrauchKosten
Kühlen im Sommerrund 450 Stundenrund 200 kWhrund CHF 55
Heizen in der Übergangszeitrund 200 Stundenrund 175 kWhrund CHF 48
Total pro Jahrrund 375 kWhrund CHF 103

Dem gegenüber steht, was dieselben Leistungen sonst gekostet hätten: ein mobiler Monoblock im Sommer rund CHF 140 und ein Heizlüfter in der Übergangszeit rund CHF 194, zusammen rund CHF 334. Die Differenz von grob CHF 230 pro Jahr ist der eigentliche wirtschaftliche Wert des Geräts, und die Heizfunktion trägt davon deutlich mehr als die Hälfte.

Das setzt allerdings voraus, dass du sie auch nutzt. Wer die PortaSplit im September einwintert, verschenkt genau den Teil der Rechnung, der sie gegenüber der Konkurrenz am deutlichsten voranbringt.

Im Vergleich mit anderen Zusatzheizungen

ZusatzheizungWirkungsgradKosten für 200 h mit 3.5 kWBemerkung
PortaSplit 12KSCOP 4.0rund CHF 48kühlt im Sommer ebenfalls
Infrarotpaneelrund 1.0rund CHF 194wärmt Flächen, nicht Raumluft
Ölradiator1.0rund CHF 194träge, aber gleichmässig
Heizlüfter1.0rund CHF 194schnell, laut, sehr teuer im Betrieb
Zentralheizung hochfahrenje nach Systemvariabelheizt die ganze Wohnung mit

Die letzte Zeile ist die interessanteste und die am schwierigsten zu beziffern. Wer im Oktober die Zentralheizung für die ganze Wohnung anwirft, weil ein Raum kalt ist, heizt fünf Räume für einen. Genau dort liegt der zweite, oft grössere Spareffekt der PortaSplit: nicht gegenüber dem Heizlüfter, sondern gegenüber der zu früh gestarteten Heizsaison.

Praktische Tipps für den Heizbetrieb

  1. Fensterabdichtung im Winter kontrollieren. Was im Sommer knapp reichte, ist im Winter zu wenig. Prüf den Spalt bei kaltem Wetter mit der Hand.
  2. Luft nach unten richten. Warme Luft steigt von selbst auf. Im Heizbetrieb sollten die Lamellen deshalb nach unten zeigen, umgekehrt als beim Kühlen.
  3. Zieltemperatur moderat halten. 20 bis 21 °C reichen in Wohnräumen. Jedes Grad mehr kostet überproportional.
  4. Türen schliessen. Ein Raum, klar abgegrenzt. Das gilt beim Heizen genauso wie beim Kühlen.
  5. Nicht mit der Zentralheizung gegeneinander arbeiten. Wenn im selben Raum ein Heizkörper läuft, dreh ihn zurück. Sonst heizen zwei Systeme gegeneinander und die Thermostate regeln sich gegenseitig aus.
  6. Aussenteil frei halten. Laub, Schnee und Eis am Aussenteil verschlechtern die Wärmeaufnahme. Regelmässig kontrollieren, siehe PortaSplit pflegen.

Frühling und Herbst sind nicht dasselbe

Beide gelten als Übergangszeit, verhalten sich aber unterschiedlich, und das wirkt sich auf den Nutzen aus.

Der Herbst ist die stärkere Saison. September und Oktober bringen kühle Morgen und milde Nachmittage, während die Zentralheizung in vielen Liegenschaften noch nicht läuft. Genau dieses Fenster deckt die PortaSplit gut ab: einen Raum morgens warm bekommen, ohne dass für die ganze Liegenschaft geheizt wird. Zudem ist das Gebäude vom Sommer noch durchgewärmt, die Heizlast also gering.

Der Frühling ist schwächer. Im März ist das Gebäude ausgekühlt, die Aussentemperaturen sind tiefer, und die Zentralheizung läuft meist ohnehin. Der Zusatznutzen ist kleiner, weil die Aufgabe grösser und die Alternative bereits in Betrieb ist.

Der Winter fällt weg. Nicht weil das Gerät nicht heizen könnte, sondern weil die Kombination aus sinkender Effizienz bei Kälte und dem Verlust am angelehnten Fenster den Vorteil aufzehrt.

Praktisch heisst das für die Planung: Wer die Heizfunktion als Kaufargument bewertet, sollte vor allem an September bis November denken. Dort liegt der grösste Teil des Nutzens, und dort ist die Alternative am teuersten, weil das Anwerfen der Zentralheizung für einen einzelnen kalten Raum die unwirtschaftlichste aller Varianten ist.

Ein zweiter Punkt für den Herbst: Die Fensterabdichtung muss dann sitzen. Was im August genügte, reicht bei 18 Grad Temperaturunterschied nicht mehr, siehe Die Fensterabdichtung.

Fazit

Die Heizfunktion ist der Grund, warum die PortaSplit 12K zwei Jahreszeiten abdeckt statt einer, und sie ist mehr als ein Datenblatt-Argument: Mit SCOP 4.0 heizt sie einen Raum für rund einen Viertel der Kosten eines Heizlüfters, das sind über eine Übergangszeit rund CHF 146 Unterschied. Die Grenzen sind ebenso klar: Das angelehnte Fenster kostet Wärme, tiefe Aussentemperaturen kosten Effizienz, und ein Gerät heizt einen Raum. Wer das als Ergänzung im Frühling und Herbst versteht, bekommt einen echten Zusatznutzen. Wer eine Winterheizung sucht, sucht am falschen Ort. Alle Werte sind Herstellerangaben und Richtwerte (Stand: August 2026); massgebend für dein Gerät ist das Handbuch.

Häufige Fragen

Kann die Midea PortaSplit heizen?
Das Modell 12K ja, mit 3.5 kW Heizleistung und einem SCOP von 4.0 (Energieklasse A+). Die kleinere PortaSplit Cool kann es nicht. Im Heizbetrieb arbeitet das Gerät als Luft-Luft-Wärmepumpe und dreht den Kältekreislauf um.
Wie viel spart das Heizen mit der PortaSplit?
Bei einem SCOP von 4.0 macht sie aus einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Wärme, ein Heizlüfter schafft eine. Eine Stunde mit 3.5 kW Wärmeabgabe kostet damit rund 24 Rappen statt rund 97 Rappen. Über 200 Heizstunden sind das rund CHF 48 statt CHF 194.
Kann ich die PortaSplit als Hauptheizung nutzen?
Nein. Das Fenster bleibt wegen des Verbindungsschlauchs angelehnt, dort geht laufend Wärme verloren, und bei tiefen Aussentemperaturen sinkt die Heizleistung. Als Zusatzheizung in der Übergangszeit und für einzelne Räume funktioniert sie gut, als Winterheizung nicht.
Bis zu welcher Aussentemperatur heizt die PortaSplit sinnvoll?
Je kälter es draussen ist, desto weniger Wärme kann die Wärmepumpe der Aussenluft entziehen und desto schlechter wird die Effizienz. In der Übergangszeit mit Temperaturen um oder über dem Gefrierpunkt arbeitet sie gut. Bei strengem Frost verliert sie deutlich an Leistung. Die genauen Grenzen nennt das Handbuch deines Geräts.
Lohnt sich das Heizen trotz des angelehnten Fensters?
Meist ja, aber weniger als die SCOP-Zahl verspricht. Der Verlust am Fensterspalt geht direkt von der Bilanz ab. Mit einer gut angepassten Ganzjahres-Fensterabdichtung bleibt ein klarer Vorteil gegenüber jeder direktelektrischen Heizung.
Gibt es Förderbeiträge, wenn ich damit eine Elektroheizung ersetze?
Fördergelder für Luft-Luft-Wärmepumpen gibt es in einzelnen Kantonen und bei Energieversorgern, meist nur für den vollständigen Ersatz fest installierter, dezentraler Elektroheizungen. Ein mobiles Gerät erfüllt diese Bedingung in der Regel nicht. Frag im Zweifel beim Programm direkt nach.
heisskalt Redaktion

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