Die PortaSplit ist im Raum deutlich leiser als jeder mobile Monoblock und deutlich lauter als ein fest installiertes Split-Innengerät. Midea gibt 39 dB(A) im Silent-Modus an, auf höheren Stufen sind es rund 49 dB(A). Der Punkt, den Produktbeschreibungen selten betonen: Das Aussenteil ist mit rund 56 bis 62 dB(A) das lautere Bauteil, und es hängt direkt vor deinem Fenster statt mehrere Meter entfernt im Garten. Dieser Artikel ordnet die Zahlen ein und sagt, was Platzierung wirklich bringt.
Das Wichtigste in Kürze
- Innenteil: 39 dB(A) im Silent-Modus, rund 44 bis 49 dB(A) auf höheren Stufen.
- Aussenteil: Händlerangaben nennen rund 56 bis 62 dB(A). Das ist das lautere Bauteil.
- Der Vergleich: Monoblock 50 bis 65 dB(A) im Raum, fest installiertes Split-Innengerät 19 bis 25 dB(A).
- Der Silent-Modus kostet Leistung. Die 39 dB(A) gelten nicht für die Phase, in der der Raum heruntergekühlt wird.
- Kritik aus Tests: Der Kompressor wird teils als präsenter beschrieben, als die Zahl erwarten lässt.
- Rechtlich greifen die LSV-Planungswerte nicht direkt, das nachbarrechtliche Gebot der Rücksichtnahme schon.
Die Werte im Kontext
Dezibel sind eine logarithmische Grösse. Eine Zunahme um 10 dB entspricht etwa einer Verdoppelung der empfundenen Lautstärke, nicht einer Zunahme um zehn Prozent. Die Grundlagen dazu stehen im Dezibel-Guide.
| Schallpegel | Beispiel | Einordnung |
|---|---|---|
| 20 dB(A) | Blätterrascheln, Split-Innengerät | praktisch unhörbar |
| 30 dB(A) | Flüstern, ruhiges Schlafzimmer | angenehm |
| 39 dB(A) | PortaSplit Innenteil, Silent-Modus | wahrnehmbares Grundrauschen |
| 49 dB(A) | PortaSplit Innenteil, hohe Stufe | klar hörbar, Gespräch noch möglich |
| 55 dB(A) | normales Gespräch | präsent |
| 56 bis 62 dB(A) | PortaSplit Aussenteil | deutlich hörbar im Freien |
| 65 dB(A) | lauter Monoblock im Raum | störend |
Zwei Schlussfolgerungen. Erstens: Der Unterschied vom Monoblock zur PortaSplit beträgt im Raum rund 15 dB und ist damit gross genug, um im Alltag deutlich spürbar zu sein. Zweitens: Der Unterschied zur Festinstallation beträgt nochmals rund 15 dB in die andere Richtung. Die PortaSplit sitzt akustisch genau in der Mitte, und das ist eine faire Beschreibung.
Schalldruck und Schallleistung: warum Zahlen sich widersprechen
Wer Datenblätter verschiedener Händler vergleicht, findet für dasselbe Gerät unterschiedliche Werte, teils bis 59 dB(A) fürs Innenteil. Das liegt selten an Fehlern, sondern an drei Ursachen:
- Verschiedene Messgrössen. Der Schalldruckpegel gilt in einem bestimmten Abstand, der Schallleistungspegel beschreibt die abgegebene Leistung unabhängig vom Abstand. Ohne Angabe, welche Grösse gemeint ist, sind Werte nicht vergleichbar.
- Verschiedene Betriebsstufen. 39 dB(A) gelten für den Silent-Modus, nicht für den Normalbetrieb.
- Verschiedene Betriebszustände. Ein Kompressor, der gerade anläuft, klingt anders als einer im Teillastbetrieb.
Für deinen Alltag ist die praktische Frage nicht, welcher Wert stimmt, sondern: Wie klingt das Gerät in der Phase, in der ich es nutze? Und dort gilt: Herunterkühlen ist laut, Halten ist leise.
Der Silent-Modus und sein Preis
Der Silent-Modus ist der Grund, warum die PortaSplit im Schlafzimmer funktioniert. Er reduziert die Lüfterdrehzahl und damit das Geräusch auf die genannten 39 dB(A).
Was dabei ehrlich dazugehört: Weniger Luftdurchsatz heisst weniger Kühlleistung. Ein Raum, der noch 28 °C hat, wird im Silent-Modus nur langsam kühler. Die sinnvolle Reihenfolge lautet deshalb:
- Raum ein bis zwei Stunden vorher auf hoher Stufe herunterkühlen
- Danach auf Silent oder Automatik wechseln
- Die erreichte Temperatur im leisen Teillastbetrieb halten
Wer erst beim Zubettgehen einschaltet, bekommt genau in der Einschlafphase die lauteste Betriebsphase. Mehr dazu unter PortaSplit im Schlafzimmer.
Die Kritik aus Praxistests
Zur Ehrlichkeit gehört, dass die Herstellerangabe nicht die einzige Stimme ist. In Tests und Erfahrungsberichten tauchen zwei Kritikpunkte wiederholt auf:
Der Kompressor wird als präsenter beschrieben, als die 39-dB-Angabe erwarten lässt. Das ist kein Widerspruch zur Messung: Ein tieffrequentes, gleichmässiges Kompressorbrummen wird subjektiv anders wahrgenommen als das breitbandige Rauschen eines Ventilators, auch bei gleichem Messwert. Wer empfindlich auf tiefe Frequenzen reagiert, sollte das Gerät vor dem Kauf laufen hören.
Die Automatikfunktion wird von einzelnen Nutzerinnen und Nutzern als unpassend regelnd beschrieben. Praktisch heisst das: Manuelle Einstellung von Stufe und Zieltemperatur führt oft zum besseren Ergebnis als der Automatikbetrieb.
Beides sind Punkte, die man vor dem Kauf kennen sollte, und beides sind keine Ausschlusskriterien.
Das Aussenteil: der unterschätzte Teil
Hier liegt der Unterschied zur Festinstallation, den kaum jemand erwähnt.
Bei einer fest installierten Split-Anlage steht das Aussengerät irgendwo im Garten, auf dem Flachdach oder an der Fassade, typischerweise mehrere Meter von den Fenstern entfernt. Schall nimmt mit dem Abstand ab, rund 6 dB pro Verdoppelung.
Das Aussenteil der PortaSplit hängt dagegen unmittelbar vor dem Fenster, an dem du sitzt oder schläfst, und bei einem Balkon in einem Mehrfamilienhaus oft auch unmittelbar vor dem Fenster der Nachbarn. Dieselbe Schallquelle ist auf einem Meter Abstand erheblich lauter als auf fünf.
Daraus folgen vier praktische Massnahmen:
- Abstand nutzen, wo möglich. Auf dem Balkon in die Ecke stellen, die am weitesten von fremden und eigenen Fenstern entfernt ist. Ein Meter mehr bringt real etwas.
- Nicht in eine Nische. Zwischen zwei Wänden addieren sich Reflexionen. Bei fest installierten Anlagen rechnet man dafür Zuschläge von 3 bis 6 dB, und dasselbe Prinzip gilt hier.
- Vibration entkoppeln. Eine Gummimatte oder Antivibrationsfüsse unter dem Aussenteil verhindern, dass sich Körperschall in Balkonboden und Gebäude überträgt. Das ist im Mehrfamilienhaus oft wirksamer als jede Massnahme am Luftschall.
- Ausblasrichtung drehen. Der Ventilator strahlt in Ausblasrichtung deutlich lauter ab als seitlich. Nicht auf die Nachbarfassade richten.
Die Rechtslage: was gilt und was nicht
Für fest installierte Aussengeräte gelten die Planungswerte der Lärmschutz-Verordnung, in Wohnzonen 55 dB am Tag und 45 dB in der Nacht, gemessen beim Fenster der Nachbarschaft und mit einer Pegelkorrektur für Dauergeräusche. Die vollständige Rechnung steht unter Lärmnachweis für die Klimaanlage.
Für die PortaSplit greift dieser Nachweis nicht direkt, weil sie keine neue ortsfeste Anlage ist. Das ist ein rechtlicher Vorteil, aber kein Freibrief:
- Das nachbarrechtliche Gebot der Rücksichtnahme gilt. Übermässige Einwirkungen auf die Nachbarschaft sind nach Zivilgesetzbuch unzulässig, und was übermässig ist, richtet sich nach Ortsgebrauch und Situation.
- Die Hausordnung kann Regeln enthalten, etwa zu Ruhezeiten oder zur Balkonnutzung.
- Praktisch entscheidet ohnehin das Gespräch, nicht die Rechtslage. Ein Konflikt mit dem Nachbarn ist auch dann unangenehm, wenn du recht hast.
Details für Mietende stehen unter PortaSplit in der Mietwohnung.
Selbst messen: was geht und was nicht
Eine Schallpegel-App auf dem Smartphone ist kein Messgerät, aber sie ist auch nicht wertlos. Für den Hausgebrauch reicht sie, um Unterschiede zu erkennen, nicht um absolute Werte zu belegen.
Sinnvoll einsetzen lässt sie sich so:
- Zuerst den Grundpegel messen, bei ausgeschaltetem Gerät, an der Stelle, an der du sitzt oder schläfst. Das ist deine Referenz.
- Dann mit Gerät messen, in jeder Betriebsstufe, an derselben Stelle, mit demselben Abstand.
- Die Differenz betrachten, nicht den Absolutwert. Wenn das Gerät den Pegel um 12 dB anhebt, ist das eine belastbare Aussage über deine Situation, auch wenn die App absolut daneben liegt.
- Nachts wiederholen. Der Grundpegel ist dann tiefer, also fällt dasselbe Betriebsgeräusch stärker auf. Das erklärt, warum ein Gerät tagsüber unauffällig und nachts präsent wirkt.
Was die App nicht kann: einen Nachweis nach Lärmschutz-Verordnung ersetzen. Dafür braucht es kalibrierte Messtechnik, definierte Messpunkte und die Berücksichtigung von Pegelkorrekturen. Für fest installierte Anlagen ist das Pflicht, siehe Lärmnachweis für die Klimaanlage.
Lärm im Mehrfamilienhaus
In einem freistehenden Haus mit Garten ist die Lärmfrage meist unkritisch. Im Mehrfamilienhaus liegt sie anders, und zwar wegen der Geometrie: Balkone liegen übereinander und nebeneinander, oft nur zwei bis drei Meter voneinander entfernt, und Innenhöfe reflektieren Schall.
Drei Punkte, die dort besonders zählen:
Körperschall statt Luftschall. Ein Aussenteil, das direkt auf einem Betonboden steht, überträgt seine Vibration in die Gebäudestruktur. Diese Vibration ist im Stockwerk darunter unter Umständen deutlicher wahrnehmbar als das eigentliche Betriebsgeräusch. Eine Gummimatte kostet wenige Franken und löst das Problem meist vollständig.
Reflexionen im Innenhof. In einem geschlossenen Innenhof wird der Schall mehrfach reflektiert und wirkt lauter als im Freien. Wenn dein Balkon zum Innenhof zeigt, ist eine besonders zurückhaltende Aufstellung angebracht.
Die Nachtdefinition. Für fest installierte Anlagen gilt bei dieser Lärmart als Nachtzeit in der Regel 19 bis 7 Uhr, also deutlich mehr als die gefühlte Nacht. Auch wenn diese Regel für die PortaSplit nicht direkt greift, ist sie ein brauchbarer Massstab dafür, ab wann Nachbarn Ruhe erwarten dürfen.
Der wirksamste Schritt bleibt aber derselbe wie überall: mit den direkt betroffenen Nachbarn reden, bevor das Gerät zum ersten Mal läuft. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Mietende stehen unter PortaSplit in der Mietwohnung.
Was du vor dem Kauf tun kannst
- Das Gerät laufen hören. Nicht nur ansehen. Wenn ein Händler in deiner Nähe ein Vorführgerät hat, ist eine Viertelstunde davor mehr wert als jedes Datenblatt.
- Deinen eigenen Anspruch prüfen. Schläfst du bei offenem Fenster an einer Strasse? Dann sind 39 dB(A) kein Thema. Brauchst du völlige Stille? Dann ist die Festinstallation die ehrlichere Antwort, siehe PortaSplit oder Split-Anlage.
- Den Balkon anschauen. Wo genau könnte das Aussenteil stehen, und wessen Fenster ist am nächsten?
Der Vergleich mit Geräten, die du kennst
Dezibel-Angaben bleiben abstrakt, solange man sie nicht mit dem eigenen Haushalt vergleicht. Diese Einordnung hilft mehr als jede Tabelle:
| Gerät bei dir zu Hause | Grössenordnung |
|---|---|
| Kühlschrank im Betrieb | rund 35 bis 42 dB(A) |
| PortaSplit im Silent-Modus | 39 dB(A) |
| Geschirrspüler, leises Modell | rund 42 bis 46 dB(A) |
| PortaSplit auf hoher Stufe | rund 49 dB(A) |
| Dunstabzug auf mittlerer Stufe | rund 50 bis 58 dB(A) |
| Waschmaschine im Waschgang | rund 50 bis 60 dB(A) |
| Staubsauger | rund 65 bis 75 dB(A) |
Die praktische Selbstprüfung dauert eine Minute: Stell dich neben deinen laufenden Kühlschrank und hör hin. Wenn dich dieses Geräusch in einem ruhigen Raum nicht stört, wirst du mit der PortaSplit im Silent-Modus zurechtkommen. Wenn dich dein Kühlschrank nachts wach hält, ist das ein ernstzunehmendes Signal.
Zwei Einschränkungen zu diesem Vergleich. Erstens läuft ein Kühlschrank in kurzen Intervallen, die Klimaanlage über Stunden. Zweitens steht der Kühlschrank meist in der Küche und nicht neben dem Bett. Beides macht dasselbe Dezibel im Schlafzimmer präsenter, als der Vergleich vermuten lässt.
Fazit
Die PortaSplit ist leise für das, was sie ist, und laut für das, was manche erwarten. 39 dB(A) im Silent-Modus sind ein echter Fortschritt gegenüber jedem mobilen Monoblock und ein hörbarer Rückschritt gegenüber einem fest installierten Innengerät. Der Wert gilt zudem für den leisen Haltebetrieb, nicht fürs Herunterkühlen. Der unterschätzte Teil ist das Aussenteil mit rund 56 bis 62 dB(A), das anders als bei einer Festinstallation direkt vor dem Fenster hängt: Wer es klug platziert, entkoppelt und nachts im Silent-Modus fährt, vermeidet den häufigsten Konflikt im Mehrfamilienhaus. Alle Werte sind Hersteller- und Händlerangaben und Richtwerte (Stand: August 2026); die tatsächliche Wahrnehmung hängt von Raum, Aufstellung und Person ab.